Lohnt sich das?

Nachdem bei den ersten Dachanlagen die Förderung des Staates ein wesentliches Kriterium für die Installation war, amortisieren sich Anlagen heute am besten, wenn der Strom selbst verbraucht wird, z.B. wenn Sie als Privatperson tagsüber zuhause sind, zeitgesteuert den Geschirrspüler und die Waschmaschine laufen lassen oder natürlich, wenn Geräte wie Kühlschrank und Gefrierschrank dann auch in Intervallen anspringen. Viel Eigenverbrauch können Sie auch erzielen, wenn Sie in dem Gebäude tagsüber Ihr Gewerbe betreiben.

Durch Nutzung des eigenen Stroms vom Dach bleibt Ihr Strompreis konstant günstig

Die Größe einer Dachanlage würden wir daher so dimensionieren, dass ein erheblicher Anteil im Haus verbraucht werden kann. Für Sie hat die Installation einer Photo­vol­taik­anlage den Charme, dass der Preis für selbstverbrauchten Strom über die Lebensdauer der Anlage festgeschrieben wird. Preissteigerungen kann es dann nur noch für das geben, was Sie aus dem Netz zukaufen.

Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist. Das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) regelt die Vergütung. Es unterscheidet bei Dachanlagen 3 Größenklassen, für die unterschiedliche Bedingungen gelten und un­ter­schied­liche Vergütungen für verkauften Photovoltaikstrom gezahlt werden. Für Einfamilienhäuser sind die Größen bis 10 kWp und manchmal auch bis 40 kWp relevant (10 kWp benötigen eine Dachfläche von ca. 52 m²).

Ab 30.07.2022 wird eine Kilowattstunde aus einer Dachanlage mit einer Leistung von weniger als 10 kWp mit 8,2 Cent netto vergütet. Bei Dachanlagen bis 40 kWp setzt sich der Preis zusammen aus eben diesem Satz für den Strom der ersten 10 kWp und 7,1 Cent für Strom aus der weiteren Anlagenleistung über 10 kWp. Wird der Strom im Moment der Erzeugung verbraucht oder ist Strom in der Batterie gespeichert, können Sie ihn einfach verwenden. Allerdings müssen Sie auf jede Kilowattstunde noch 19% Umsatzsteuer abführen.

Sie frieren den Strompreis auf dem aktuellen Niveau ein

Steuerliche Rahmenbedingungen

Mit dem Betrieb der Photovoltaikanlage werden Sie kommerzieller Stromerzeuger und müssen bei Anlagen mit mehr als 10 kWp die Einkünfte versteuern. Im Gegenzug können Sie die Anschaffung steuerlich absetzen. Eine Tabelle mit Berechnung der Steuern, Abschreibung, Kapitalflüssen usw. stellt z.B. die Stiftung Warentest bereit www.test.de/solarrechner.

Beim Finanzamt melden Sie mit dem „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ einmalig Ihre Tätigkeit als Ökostromproduzent an. Dann geben Sie monatlich Umsatzsteuervoranmeldungen ab. Dadurch bekommen Sie zuerst die Mehrwertsteuer auf die Anlageninvestition erstattet. Danach zieht das Finanzamt monatlich die Umsatzsteuer ein, die ihnen vom Netzbetreiber auf die Stromerträge gezahlt wird. Die Umsatzsteuervoranmeldung kann schnell und einfach per Elster Portal erfolgen. Einmal jährlich müssen Sie eine Umsatzsteuererklärung ausfüllen, die die Zusammenfassung der einzelnen Voranmeldungen enthält. Wie jeder Freiberufler und Gewerbetreibende müssen Sie den Gewinn oder Verlust jährlich in einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln (Anlage EÜR). In diesem Formular können Sie den Anschaffungswert der Anlage über 20 Jahre abschreiben. Die Ergebnisse der Einnahmen-Überschuss-Rechnung fließen in ihre persönliche Steuererklärung als Anlage G ein. Anfangs ergibt sich aufgrund der Abschreibung ein Verlust, der das zu versteuernde Einkommen senkt.

Nach 5 Jahren können Sie zur Kleinunternehmerregelung wechseln. In dieser müssen Sie eingenommene Umsatzsteuer nicht mehr abführen und erhalten ausgegebene Umsatzsteuer nicht zurück. Da in diesem Zeitraum kaum Ausgaben anfallen, maximierren Sie auf diese Art Ihren Ertrag.